Bitcoin + Börsengang: Was ist ein ICO? 7 Antworten

October 30 by Stevan

In den USA ist es ein Hype, China hat Angst davor und in Europa ist er eher noch unbekannt: Der ICO, oder auch Initial Coin Offering. Dabei handelt es sich im Prinzip um eine Mischung aus einem Börsengang und einer Kryptowährung. Und dann könnt ihr vielleicht nachvollziehen, warum alle so aufgeregt bei dem Thema sind. Höchste Zeit also für ein Erklärstück: Was ist ein ICO?

1. ICO? Du meinst doch IPO, oder?

Nein, das Ding heißt echt ICO. Aber natürlich gibt es Verbindungen zum IPO, also dem Börsengang eines Unternehmens. Bei einem IPO investierst du in ein Unternehmen, im Tausch für einen Anteil daran, also einer Aktie. Bei einem ICO investierst du auch in ein Unternehmen, aber dann bekommst du stattdessen ein “Token”, eine Kryptomünze. Der Zweck ist, dass diese Münze, genau wie eine Aktie, später mehr wert wird, wenn das Unternehmen wächst.

2. Hm. Ich gebe dir echtes Geld für dein Unternehmen und du gibst mir eine Fake-Münze?

Falls du Pech hast, ja. Aber die Gefahr besteht bei einer Aktie auch. Die können auch in den Centbereich fallen. Aber gehen wir mal von einem positiven Szenario aus. Du kriegst in der Tat eine Krypto-Münze, die sich als wertlos herausstellen kann – oder als neue Bitcoin oder Ethereum. Du kriegst auch eine Münze, die auf Blockchain basiert, die Technologie, die vielen zufolge die Zukunft der Finanzmärkte und des Internets sein soll. Es sind also interessante Perspektiven. Und zumindest Chancen.

Es wird dich sicher nicht überraschen, dass ein ICO vor allem von Tech-Start-Ups genutzt wird. Normalerweise sind diese Start-ups außer der Liga von normalen Anlegern mit bescheidenen Mitteln. Aber bei einem ICO gibt es auch Crowdfunding-Modelle, bei denen du schon mit kleinen Beträgen dabei bist.

3. Ah, kleine Beträge. Nun wird es interessant.

Und es wird sogar noch sehr viel interessanter. Denn kein ICO gleicht dem anderen. Oder anders gesagt: Kein Token gleich dem anderen. Bei einigen ICOs bekommst du nur Krypto-Münzen und dann heißt es abwarten, ob der Wert steigt. Aber es gibt auch ICOs, bei denen du die Token auch wirklich nutzen kannst.

Nimm zum Beispiel das Start-up Brave. Die arbeiten an einem Browser, der keine Anzeigen mehr zulässt und komplett auf deine Privatsphäre und Interessen ausgerichtet ist. Und das – eigenen Angaben zufolge – zwei bis acht mal schneller als Chrome oder Safari.

Aber User können sich auch dazu entscheiden, freiwillig Werbung anzusehen und dafür bezahlt zu werden. Auch Shoppen soll in Zukunft möglich sein, und das alles mit Braves eigener Kryptomünze, die BAT (Basic Attention Token).

4. Ok. Und hat das für Brave funktioniert?

Das kann man wohl sagen. Im Mai warf das Unternehmen 1 Milliarde BAT auf den Markt – und sie wurden alle verkauft. Innerhalb einer Minute. Das brachte Brave 35 Millionen Dollar ein.

5. Krass. Aber es klingt doch trotzdem noch wie Zocken

Stimmt, und das ist eine der häufigsten Beschwerden und Vorwürfen bei den ICOs. Es sei vor allem eine Heimat für Zocker, Nerds und Freude des Risikos. Ohne technische Kenntnis sollte man auch besser die Finger davon lassen.

Die große Mehrheit lässt sich keine Angst machen und sieht ICOs vor allem als Chance, um zu investieren. Im Jahr 2016 gab es 46 ICOs. Im September diesen Jahres stand der Zähler schon auf 140. Insgesamt wurde in diesem Jahr schon mehr als 2 Milliarden Dollar durch ICOs reingeholt. Sie stehen also echt auf dem Menü von Anlegern. Und dann stehen natürlich die Behörden schnell vor der Tür.

6. Spielregeln… wie sind die genau?

Das ist ja genau das Problem: Es gibt kaum welche. Es ist nicht das erste Mal, dass die Technik schneller ist dann das Gesetz. Das gilt auch für ICOs. Die Gesetzgeber überlegen, was sie denn nun mit den ICOs tun sollen. In China wurden sie neulich ganz verboten, was den Bitcoin ins Trudeln brachte. In den USA haben ICOs einen Warnstempel aufgedrückt bekommen. Europa weiß noch nicht genau, wie es damit umgehen soll.

7. Woher haben sie dann genau Angst?

Vor dem Unbekannten und dem nicht Kontrollierbaren. Vor einem Wildwuchs von Startups mit eigenen Tokens, eines unzuverlässiger als das andere. Außerdem wollen die Behörden den gutgläubigen Verbraucher schützen. Denk hier an die teilweise absurden Bewertungen. Nur derjenige, der die Tokens rausgibt, bestimmt den Wert. Es gibt weder begleitende Banken noch Analysten. Wer einsteigt, der verlässt sich oft nur auf ein Whitepaper des Unternehmens.

Aber gegenüber diesen ungeklärten Fragen stehen auch viele Vorteile. So müssen Start-ups nicht mehr ewig nach Investoren suchen, die sofort ein großes Stück des Unternehmens wollen. Für einen Börsengang muss man auch teure Anwälte, Banken und Notare bezahlen. Und es bietet viele Chancen für Investoren. Mit kann Tokens tauschen oder sogar mit einem Teil davon sein Bier bezahlen. Hast du das schon mal mit einer Aktie versucht?

ICOs sind gerade das heißeste Ding überhaupt. Entweder wird daraus ein Monster, das die Märkte durcheinander bringt – oder es wird es DIE Möglichkeit für kleine Investoren, um auch ein Stück von den neuesten Tech-Startups abzubekommen. Nun weißt du (hoffentlich), was ein ICO ist.

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Stevan

Bekannt für seine krassen Headlines und supergeilen Content-Ideen für BUX. Er kennt den Unterschied zwischen einem Hawaiihemd und einem Acapulco Shirt. Wenn er nicht gerade für BUX schreibt, spielt er gerne schräge niederländische Kartenspiele. Auf BUX ist er als @Johnny_Blaze unterwegs.

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