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Was ist der Januar-Effekt?

Schon mal etwas vom Januar-Effekt gehört? Nein? Dann müssen wir mal etwas weiter ausholen. In den 1970er Jahren erkannten ein paar wichtige Ökonomen, dass die Aktien an der New Yorker Börse im Januar besser als gewöhnlich abschnitten. Mit anderen Worten, ihre durchschnittliche Rendite im ersten Monat des Jahres war deutlich höher als in den anderen Monaten.

Wäre das nur ein oder zweimal passiert ist, hätte es wohl kaum für Aufregung gesorgt. Aber die Ökonomen bemerkten, dass der Trend seit 1904 trotz zweier Weltkriege, einer großen Rezession und eines Wirtschaftsbooms weiterging.

An den Börsen weltweit

Das Phänomen ist deswegen so interessant, weil es einem der fundamentalen Grundsätze der Finanztheorie widersprach: der Hypothese effizienter Märkte. Nach dieser Hypothese sollte es unmöglich sein vorherzusagen, ob die Preise im Januar steigen werden, basierend auf dem, was in den letzten Jahren passiert ist. In einem effizienten Markt sollten solche Anomalien schnell verschwinden. Wenn es einige Male vorkommt, stellen sich Anleger darauf ein und verwässern den Effekt.

Doch der Januar-Effekt wiederholt sich trotzdem. Viele weitere Ökonomen haben ihn seitdem untersucht. Deshalb wissen wir nun zumindest, dass dieser Effekt nicht auf die Vereinigten Staaten beschränkt ist, sondern die meisten Börsen der Welt betrifft. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass es sich hauptsächlich um die Handlungen von Kleinunternehmen handelt (vor allem jene, die im vergangenen Jahr schlecht gelaufen sind); und es konzentriert sich hauptsächlich auf die ersten zehn Tage des Jahres.

Aber woher kommt der Effekt?

Die Hypothesen sind unterschiedlich, aber die am meisten akzeptierte ist diese: Die Steuern sind Schuld. Tatsächlich fällt das Geschäftsjahr in vielen Ländern mit dem Kalenderjahr zusammen. Im Dezember verkaufen Fondsmanager tendenziell verlustbringende Aktien in ihren Portfolios, um im letzten Jahr weniger Steuern zu zahlen. Dadurch verringert sich ihr steuerpflichtiges Einkommen. Im Januar werden diese Verkäufe dann häufig rückgängig gemacht – und schon haben wir den Januar-Effekt.

Ein Wort der Warnung

Aber Vorsicht – wie alles an der Börse ist dieser Effekt nicht garantiert. Die Tatsache, dass er im letzten Jahrhundert mehr oder weniger konstant war, garantiert nicht, dass er sich in Zukunft wieder einstellt.

Außerdem reagieren die Märkte auf eine unendliche Anzahl von Stimuli, Schocks und Variablen, die den Effekt im Moment verfälschen können und den Januar zu einem düsteren Monat machen. Also: Du solltest dir wie immer über diesen Effekt im Klaren sein, dich aber nicht darauf verlassen, als würde er in jedem Fall kommen.

 

Disclaimer: Alle Ansichten, Meinungen und Analysen in den Artikeln sind die des Autors und repräsentieren nicht die Ansichten von BUX. Weder BUX noch der Autor bieten finanzielle Beratung und die Artikel sollten nicht als Beratung verstanden werden.

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