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Aegon Zahlen: Was wird wichtig?

Der niederländische Versicherungsgigant Aegon legt am 13. November seine Quartalszahlen vor. Während das Jahr 2020 sicherlich nicht als ein großartiges Jahr für Lebensversicherer in Erinnerung bleiben wird, tut das Unternehmen sein Bestes, um seine Geschäftstätigkeiten zu rationalisieren, um die Kosten einzudämmen und die Erträge in den Kernmärkten zu verbessern. Werfen wir einen Blick auf die Erwartungen der Analysten.

Die wichtigsten Punkte:

  • Erwartete Einnahmen: €11,06B, erwarteter EPS (Gewinn pro Aktie): €0,24.
  • Die Unternehmensgruppe befindet sich in einer Umstrukturierung, um mit der Pandemie fertig zu werden.
  • Die Aktien von Aegon sind in diesem Jahr bereits um -40% gefallen.

Was ist mit Aegon los?

Mit Niederlassungen in 20 Märkten und mehr als 26.000 Mitarbeitern konzentriert sich Aegon hauptsächlich auf Lebensversicherungen, Renten und Vermögensverwaltung.

Aus offensichtlichen Gründen hat die Pandemie die Bilanzen des Unternehmens stark in Mitleidenschaft gezogen. Ein Anstieg der Sterblichkeit und ein Rückgang der Zinssätze allein in den Vereinigten Staaten (wo Aegon zwei Drittel seines Geschäfts über die Tochtergesellschaften Transamerica und World Financial Group US abwickelt), haben den zugrunde liegenden Gewinn vor Steuern in der ersten Jahreshälfte um -30% geschmälert. Im gleichen Zeitraum sanken die Gesamterträge um -72% auf 11,23 Milliarden Euro, während der verwässerte Reingewinn um -70% auf 173 Millionen Euro zurückging. Infolgedessen ist der Kurs seit Anfang 2020 um -40% zurückgegangen.

Wie wollen sie die Wende schaffen?

Um mit dem Abschwung fertig zu werden, verpflichtete sich Aegons CEO Lard Friese, der erst seit Mai im Amt ist, im August dazu, die Geschäftstätigkeit in einigen Märkten des Unternehmens zu überprüfen. Zuvor führte er übrigens sechs Jahre lang den führenden niederländischen Konkurrenten NN.

Nach drei Monaten hat die Umstrukturierung der Gruppe bereits begonnen: Am 9. Oktober kündigte Aegon an, dass Stonebridge, ein Unfallversicherer mit Sitz in Großbritannien, für 60 Millionen Pfund (65 Millionen Euro) an die Gruppe Global Premium Holdings verkauft wird.

Am 26. Oktober berichtete Reuters erneut, dass das Unternehmen in einer Auktion Käufer für das osteuropäische Geschäft sucht. Aegon ist hauptsächlich in Ungarn tätig, aber auch in Polen, Rumänien und der Türkei ist das Unternehmen unterwegs. Ohnehin wäre dies ein viel saftigerer Verkauf, da die Niederlassung einen Wert von rund 650 Millionen Euro haben könnte. Die europäischen Rivalen NN, KBC und Allianz sind alle potenzielle Bieter.

Schließlich hat Aegon in den letzten Oktobertagen den Verkauf seines wohl bekanntesten Symbols abgeschlossen: Den Gebäudekomplex Pyramid in San Francisco. Das Grundstück umfasst den Transamerica-Pyramiden-Wolkenkratzer, der Anfang der 70er Jahre von Transamerica gebaut wurde und die Skyline der Stadt ganz besonders prägt. Der Versicherer hat ihn nun für 650 Millionen Dollar an ein Immobilien-Joint-Venture verkauft und sich das Recht vorbehalten, die Pyramide als Logo und Markenzeichen zu verwenden. Aegon selbst wird den Verkauf mit einem Hypothekendarlehen für den Käufer finanzieren. Das ermöglicht Aegon eine weitere Diversifizierung im eigenen Portfolio.

Transamerica Pyramid

Was denken die Analysten?

Im Durchschnitt schätzen die Analysten, dass Aegon für den im September endenden Dreimonatszeitraum 11,06 Milliarden Euro an Einnahmen ausweisen wird. Das entspräche einem Rückgang um -7,2% im Vergleich zum letzten Quartal, als das Unternehmen die Erwartungen (9,29 Mrd. Euro) mit der überraschenden Zahl von 11,92 Mrd. Euro übertraf.

Was das Endergebnis betrifft, sind die Analysten optimistischer. Ihrer Meinung nach hätten die Investoren im letzten Quartal 0,24 Euro pro Aktie verdienen sollen, eine Zahl, die einen Anstieg sowohl gegenüber dem zweiten Quartal (0,08 Euro) als auch gegenüber dem dritten Quartal 2019 vor der Pandemie bedeuten würde, als das Unternehmen einen Gewinn pro Aktie von 0,21 Euro erzielte.

Am 1. Oktober erhöhte JP Morgan sein Rating der Aegon-Aktie von “neutral” auf “übergewichtet”, während Zacks Investment Research es von “verkaufen” auf “halten” anhob. Diese Bewertungen stellen eine Verbesserung gegenüber den Bewertungen dar, die die Aktie Ende August erhielt, als UBS ihr “Verkaufen”-Rating wiederholte und die Bank of America sie von “neutral” auf “Underperform” herabstufte.

Schlussbemerkungen

Der Umstrukturierungsprozess von Aegon wird Zeit brauchen, und Ergebnisse dadurch werden nicht vor der nächsten Berichtssaison zu spüren sein. Darüber hinaus könnte die neue COVID-19-Welle die Versicherungsansprüche stärker als erwartet erhöhen und die Zentralbanken veranlassen, die Zinssätze über einen längeren Zeitraum niedrig zu halten – zwei Faktoren, die die Gewinne eines Lebensversicherers auffressen können.

Andererseits deuten derzeit mehrere Analystenbewertungen darauf hin, dass Aegon unterbewertet sein könnte: Sein 5-Jahres-PEG (Preis/Gewinn über das geschätzte Gewinnwachstum über 5 Jahre) liegt bei 0,28, während sein Preis-Buch-Verhältnis, das den Aktienkurs mit dem Buchwert des Unternehmens vergleicht, bei 0,2 liegt. Beide Verhältnisse weisen tendenziell auf eine Unterbewertung hin, wenn sie unter 1 fallen. Außerdem liegt die geschätzte jährliche Dividendenrendite von Aegon bei 5,24% zum aktuellen Preis.

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Alle Ansichten, Meinungen und Analysen in diesem Artikel sollten nicht als persönliche Anlageberatung gelesen werden, und individuelle Anleger sollten ihre eigenen Entscheidungen treffen oder unabhängigen Rat einholen. Dieser Artikel wurde nicht in Übereinstimmung mit gesetzlichen Bestimmungen zur Förderung der Unabhängigkeit der Investitionsrecherche verfasst und gilt als Marketingmitteilung.

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