IPO: Wenn Firmen ihr erstes Mal haben

IPO, das klingt verdächtig nach dem Namen eines Star-Wars-Droiden. Dahinter versteckt sich aber nur der schöne Begriff “Initial Public Offering”, sprich, der erste Auftritt an der Börse. Ab dem Zeitpunkt kann man Aktien des Unternehmens kaufen. Es ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg von einem Start-up zu, nun ja, einem Apple.

Wie weiß ein Unternehmen, dass es bereit ist?

Fast jedes neue Start-up bekommt den Stempel das neue Facebook/Uber/wasauchimmer aufgedrückt. Extrapunkte gibt es, wenn die Firma in einer Garage oder im Studentenwohnheim entstanden ist. Aber technisch gesehen, fängt jedes Unternehmen einmal als “Start up” an. Neue Unternehmen poppen jeden Tag auf wie Pilze - allerdings schafft es nur ein Bruchteil von ihnen bis zum IPO. In der Start-Up-Phase geht es vor allem ums Wachstum und darum, eine Nische zu besetzen und Kunden zu gewinnen. Sobald es läuft, suchen die meisten Starter nach Geldquellen - denn ohne Geld kein Wachstum. Geldquellen gibt es diverse - Investoren, Kredite, Business Angels usw. Der nächste Schritt, sei es die Entwicklung eines neues Produkts oder die Eroberung eines neues Marktes, erfordert normalerweise richtig viel Geld. Wenn dann alles super läuft und das Produkt einen neuen Hype auslöst, dann könnte es der richtige Zeitpunkt für das erste Mal sein.

Aber warum einen IPO, wenn das Unternehmen eh schon Geld verdient oder finanziert wird?

Nun ja, das Geld der ersten Investoren kann nun in andere Sachen investiert werden - zum Beispiel in einen neuen Ferrari! Außerdem kann man am freien Markt sehr viel schneller und einfacher Geld verdienen. Am Tag seines IPOs im Jahr 2012 verdiente Facebook insgesamt 16 Milliarden Dollar mit 460 Millionen Aktien. Um diese Summe zusammen zu bekommen, hätte Zuckerberg ziemlich vielen Investoren die Füße küssen müssen. Außerdem ist das Risiko geringer, weil das Unternehmen nicht nur von ein paar Aktionären oder Investoren abhängig ist. Des Weiteren können Aktien wie eine Währung gebraucht werden, denn alles, was gekauft und verkauft werden kann, ist wertvoll. Zum Beispiel kann das Unternehmen es nutzen, wenn es ein anderes übernehmen will. Und der letzte Vorteil: Ein Unternehmen ist erst so richtig seriös, wenn es an der Börse gelistet ist. Es ist nämlich schwierig für ein börsennotiertes Unternehmen, irgendwo Leichen zu versteckenn. Schließlich müssen sie ihre Zahlen offenlegen (natürlich versuchen es einige trotzdem). Als Folge davon kommen sie noch einfacher an Kredite, wenn sie denn welche brauchen.

Was passiert nach einem IPO?

Die Gründer schnappen sich das Geld und leben glücklich bis an ihr Ende auf ihrer eigenen Insel… Ja, ok :) Wenn ein Unternehmen an der Börse gelistet ist, dann wird es regelmäßig neue Aktien ausgeben. Entweder für jeden oder nur für bestimmten Investoren wie Banken oder Versicherer. Das damit verdiente Geld wird oft in das Wachstum des Unternehmens gesteckt, das gilt vor allem für Start-ups. Gerade gut etablierte Unternehmen geben einen Teil davon auch wieder an ihre Aktionäre in Form von Dividenden ab - damit kannst du dann wieder Geld verdienen.  

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